Veröffentlicht in Allgemein, Dienstags-Depression, Freude, persönlichkeitsentwicklung

Dienstags-Depression: 10 Tipps zur Selbsthilfe!

Für diesen Post und die kommenden habe ich mit vielen Freunden und Bekannten gesprochen, von denen ich wusste, dass sie Depression haben. Ich wollte herausfinden, was ihnen am besten geholfen hat, sich besser zu fühlen.


Zuerst mein Disclaimer: Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin. Ich mache keine Heilaussagen. Depression und andere psychische Erkrankungen erlebt jeder anders. Es gibt keine zwei Gleichen. Also was auf mich zutrifft, ist für einen anderen vielleicht gar nicht relevant. Ich schreibe aus eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. Ich schreibe über die Dinge, die ich erlebt und gelernt habe. In den letzten Jahren durfte ich viele Menschen mit Depressionen kennenlernen und mich mit ihnen austauschen. Das hat mir einen Einblick in ihre Welt gegeben, aus welchem ich viel lernen konnte.


Heute möchte ich euch ein paar Tipps geben von Dingen, die ihr selbst tun könnt, um eure Situation zu verbessern.

Es ist immer wichtig sich bei solch einer Erkrankung Hilfe zu holen! Ich würde jedem raten eine Therapie zu machen. Dort gibt es die unterschiedlichsten Variationen. Mein Tipp: Suche so lange, bis dir etwas zusagt.
Über Medikamente werde ich nicht schreiben, da ich keine Ärztin bin. Ich kenne einige, die sehr dankbar für Ihre Medikamente sind und denen sie sehr helfen. Wiederum anderen nicht. Dies ist eine Entscheidung, die ganz bei dem Betroffenen liegt – nehme ich sie oder nicht.

Bitte versteht mich nicht falsch, jedoch finde ich es immer sehr wichtig herauszufinden, woher die Krankheit kommt. In unserer Gesellschaft hat es sich eingebürgert schnell eine Tablette zu nehmen, anstatt die Ursachen zu finden. Wenn wir Kopfschmerzen haben, nehmen wir eine Aspirin und hoffen, dass damit das Problem gelöst ist. Die Symptome sind zwar weg, jedoch der Grund nicht behoben. Für Kopfschmerzen gibt es so viele Auslöser: Stress, falsches Essen, zu wenig getrunken, zu wenig Schlaf, verspannte Muskel und vieles mehr. Wir machen immer so weiter wie zuvor und hoffen, dass sich etwas verändert. Doch so funktioniert es nicht!

andere ergebnisse

Wie gesagt, ich möchte hier keine Medikamente schlecht machen. Ich möchte euch helfen euch selbst helfen zu können (mit oder ohne Medikamente). Aus diesem Grund habe ich ein paar kleine Tipps zusammen getragen. Dies sind die Dinge, die mir und den vielen anderen, mit denen ich gesprochen habe, am meisten geholfen haben.

Probiert eins nach dem anderen aus. Man kann sein Leben nicht auf einem Schlag total umkrempeln! Sucht euch eine Sache raus, arbeitet an ihr, konzentriert euch darauf und dann das nächste. Bitte habt Geduld! Besonders wenn die Depression schon über einen längeren Zeitraum da sind, gehen sie nicht einfach so von heute auf morgen weg oder innerhalb einer Woche. Also nicht gleich aufgeben!

Zu den meisten dieser Themen werde ich auch noch ausführlichere Blogbeiträge schreiben. Doch hier erstmal eine kleine Übersicht für den Start.

 

1. Was macht mich depressiv und was zieht mir Energie?

Analysiere dich selbst oder tue es mit einem Therapeuten. Finde heraus, was dich in deinem Umfeld depressiv macht. Zwar sagen viele immer, dass es doch deine Entscheidung ist wie du dich fühlst, doch ein Umfeld, welches dich ständig herunterzieht, zerbricht irgendwann auch den stärksten Mann.

Schau dir alles genau an: die Menschen, die Arbeit, deine Wohnung, die Medien (Nachrichten, Zeitung, Handy, welche Filme schaust du?)…

Versuche die Dinge, die dich herunterziehen, unglücklich machen, stressen, wütend machen u.s.w. so gut wie möglich zu reduzieren.

Mathias und ich haben 2 Jahre in Potsdam in einer Wohnung gelebt, die ich gehasst habe. Aus irgendeinem Grund habe ich mich dort nie wohl gefühlt, obwohl wir alles neu renoviert haben. Das hat meine Stimmung sehr gedrückt! Ich habe es gehasst Zuhause zu sein. Nachdem wir umgezogen sind, habe ich mich sofort wohler gefühlt! Wir haben eine helle, größere Wohnung.

Es sind jedoch auch nicht nur Dinge aus dem Umfeld, die uns herunterziehen. Wir können uns auch selbst im Weg stehen glücklich zu sein. Es können auch Dinge sein, die du NICHT tust!

2. Wer bin ich wirklich?

Finde heraus, wer du wirklich bist. Dazu gibt es so viele Hilfsmittel. Lerne dich kennen. Was sind deine Stärken, deine Schwächen, deine Wünsche, deine Träume, deine Ziele, deine Bedürfnisse? Wer bist du, wenn du keine Mutter, Ehefrau, kein Bruder, kein Lehrer u.s.w. bist? Dieser Teil ist so wichtig!

reparieren

„Ich habe viele Jahre damit verbracht in meine Kindheit zurück zu blicken und so versucht herauszufinden, was in mir so einen Schaden verursacht hat. Also ging ich zurück und betrachtete meine Eltern, was sie taten und auch nicht. Ich konnte ihnen vergeben und nahm mein kindliches -ICH, welches so verletzt war, an die Hand und half auch ihm zu vergeben. All dies war so schrecklich schmerzhaft, dennoch war es die Anstrengung mehr als Wert. Nach alledem war ich immer noch depressiv, also fing ich an einen genaueren Blick auf mich selbst zu werfen. Dennoch konnte ich nicht herausfinden warum ich mich so schlecht fühlte. Ich habe schließlich festgestellt, dass ich mich selbst damit unglücklich machte, indem ich versuchte mich in die gesellschaftliche Idee des Erfolges zu zwängen, was mich hätte glücklich machen sollen.

Als ich den Myres–Briggs Persönlichkeitstest machte, half es mir zu verstehen, dass ich anders bin. Es ist nicht nur ok, dass ich anders bin, es ist eine sehr gute Sache!  Jetzt kann ich mich ganz so akzeptieren wie ich bin. Ich vertraue mir. Ich achte und höre auf meine Intuition anstatt dem, was andere mir sagen wie ich handeln sollte. Ich glaube, dass diese Eingebungen ein ewiger Teil von mir sind und mir sagen welchen Weg ich in meinen Leben einschlagen soll. Ich fand für mich heraus, dass viele Herausforderungen und Probleme dann entstanden, weil ich meine eigene Natur bekämpft habe. Weil wenn mir mein Bauchgefühl sagte, dass etwas richtig war und mein Umfeld (Freunde, Familie) und die allgemeine Gesellschaft dem widersprachen, durfte meine Entscheidung ja nicht richtig sein. Heute wenn ich auf mein Bauchgefühl höre und das auch tue, verspüre ich Frieden in mir und habe keine Depressionen mehr. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich glücklich.“ – Cindy, aus Boise Idaho, USA, 53 Jahre

3. Was macht mich glücklich?

Interessanter Weise haben viele Menschen keine gute Antwort auf diese Frage. Es kommen die typischen Antworten wie genug Geld oder Pizza…. Doch was macht dich wirklich glücklich? Bei welchen Dingen springt dein Herz etwas höher? Höre in dich hinein.

Bei uns Zuhause hängt ein Zettel auf dem alles steht, was mich glücklich macht. Auf der anderen Seite stehen die Dinge, die mich runterziehen. Wenn mein Mann sieht, dass es mir mal wieder nicht gut geht, dann schlägt er ein paar Dinge vor, die mich aufheitern könnten. Für mich ist das wirklich eine super Lösung, da man schnell die Dinge vergisst, die einen aufmuntern und Spaß machen, wenn man in einer tiefen Depression steckt!

4. Selfcare.

Setze dich an erste Stelle! Du bist die wichtigste Person in deinem Leben! Es ist nichts schlimmes daran sich auch mal an erste Stelle zu setzen. Nimm dir wirklich Zeit für dich, damit du auch heilen kannst!

Wenn du weisst, was dich glücklich macht und was dir gut tut, dann TU es auch!!! In meinem Blogpost Vergissmeinnicht habe ich ein paar Tipps zu diesem Thema gegeben.

„Ein gesunder Lebenswandel war mir schon immer wichtig. Es fing mit langen Spaziergängen oder kleineren Dingen an und führte schließlich dahin wieder ins Fitnessstudio zu gehen. Ich fing auch an mein Leben nach einem Spruch auszurichten: „Was machst du heute für DICH?“. Ich versuche jeden Tag etwas zu tun, was zu meinem zukünftigen oder allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. Das bedeutet weniger nein zu sagen zu den Dingen, die mir guttun und nichts aufzuschieben, allein zu sein und ein Bad zu nehmen, wenn ich eins brauche, oder neue Dinge auszuprobieren…“ -Rachel C. Baxter, 21, Florida USA

was tue ich heute für mich?

5. Schlafe ausreichend.

Ganz einfach, oder? Leider nicht… Versuche dein Bestes, um mindestens 8 Stunden Schlaf täglich zu bekommen. Gehe früher ins Bett. Mach Mittagsschlaf.

Oft ist Abends die einzige Zeit, in der wir mal etwas Zeit für uns selbst haben. Der eine schaut da gern einen Film. Der andere ließt ein Buch. Versuche abzuwägen, was wichtiger für dich und deine Gesundheit ist. Natürlich ist es schön, mal etwas länger aufzubleiben, besonders wenn man sich etwas Gutes tut. Doch schaue, dass du es in Maßen tust und nicht zu sehr in einen Schlafmangel kommst.

Abends habe ich sehr gern mal einen Film mit Mathias geschaut oder auch allein, wenn er spät gearbeitet hat. Unsere Tochter lässt uns jedoch nie ausschlafen und steht jeden Morgen ganz früh auf der Matte. Da gibt es keine freien Tage oder Wochenenden. Mittlerweile habe ich es mir angewöhnt mit ihr zusammen ins Bett zu gehen. Wenn sie eingeschlafen ist, habe ich normalerweise alle die anderen Dinge getan, die während des Tages liegengeblieben sind. Jedoch hat mich der Schlafmangel so fertig gemacht, dass ich tagsüber nichts mehr geschafft habe. Jetzt bin ich morgens meist ausgeschlafen. Es tut mir richtig gut! Ab und zu bleib ich auch mal länger auf, aber genug Schlaf zu bekommen fühlt sich besser an als all die anderen Dinge, die ich abends noch schaffen oder erleben könnte.

Mein Vater regelt die ganze Sache etwas anders. In seiner einstündigen Mittagspause legt er sich auch mal 10 bis 20 min hin. So schöpft er wieder Kraft und kann sich auf der Arbeit besser konzentrieren.

6. Laaaaaaaaaaaaaaaaange Spaziergänge.

Vor einigen Jahren habe ich rein zufällig eine Studie über Depression und Sport gelesen. Dort wurde festgestellt, dass die besten Ergebnisse bei Spaziergängen erziehlt wurden. Ein langer ruhiger Spaziergang hatte sich besser auf das Gemüt der Probanden ausgewirkt als jede andere Sportart (wie Yoga, Joggen, …). Auch die Leute, mit denen ich gesprochen habe, haben alle fast ausnahmslos gesagt, dass lange, ewig lange Spaziergänge eines der besten „Heilmittel“ überhaupt sind!

Ich liebe Spaziergänge, jedoch fällt es mir nicht immer leicht mich zu überwinden und rauszugehen. Zum Glück zwingt mich meine Tochter meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Bei einer Freundin von mir ist es statt der Tochter der Hund. Manchmal setzte ich mich auch nach ein paar Metern einfach auf eine Bank. Je nachdem wieviel Kraft ich habe.

7. Mache Sport!

Auch die Spaziergänge können keinen Sport ersetzen. Er ist wichtig. Ob man gesund ist oder nicht! Hier ist es egal, welchen Sport du machst. Hauptsache er macht dir Spaß und tut dir gut. Jeder hat andere Präferenzen. Bei mir ist es Yoga, mein Mann liebt Fußball und Joggen, meine Mama mag Pilates und Reiten.

Fang klein an. 5 min täglich können dein Leben schon verändern!

8. Ernähre dich gesund.

Das ist nicht leicht. Ich weiss! Wir alle haben eine bestimmt Achillesferse, wenn es ums Essen geht. Aber unterschätze niemals die Auswirkung von Essen aus unseren Geist und Körper! Es stimmt wirklich:

My Post(2)

Es gibt so viele verschiedene Ernährungskonzepte. Probiere aus, was dir gut tut. Auch hier gilt. Nicht jeder Körper ist gleich. Jeder Körper ist einer anderen Belastung ausgesetzt.

Was immer wieder aus den Gesprächen und auch meinen eigenen Erfahrungen hervorging, sind 3 Hauptpunkte:
Kein oder nur sehr wenig Zucker, viel frisches Obst und Gemüse und auch Vitalstoffe.

Von all diesen Dingen kann ich ein Lied singen. Es macht einen riesen Unterschied, wenn man auf seine Ernährung achtet. Es ist nicht leicht. Es gibt viele Rückschläge, doch es lohnt sich!

Immer wieder versuchen Mathias und ich Zuckerfrei zu essen. Es gibt immer wieder Rückschläge. (Besonders durch die Weihnachtszeit.) Doch wenn wir die erste „Zuckerentzugswoche“ überstanden haben, merken wir, wie gut es uns tut! Ich bin fitter, kann mich besser konzentrieren, bin nicht mehr so leicht gereizt und bin einfach besser drauf.

9. Das Spirituelle.

Kümmere dich um deinen Geist. Auch hier gibt es viele unterschiedliche Wege. Du kannst meditieren, Achtsamkeit üben, beten

Hier kann man auch ganze Romane zu schreiben, doch dazu später mehr.

10. Baue dein soziales Umfeld auf.

Die meisten depressiven Menschen ziehen sich zurück bis sie sich ganz von der Außenwelt abgeschottet haben. Das ist gefährlich! Wir brauchen Liebe und soziale Kontakte!

Es ist wichtig sich auch mal zurückzuziehen, um abzuschalten und Energie zu tanken. Doch um Liebe auftanken zu können, brauchen wir soziale Kontakte. Tiere sind auch wunderbar, jedoch können sie uns nicht das geben, was Menschen uns geben können. Leider Gottes geht es nicht ohne…

Nur SMS zu schreiben reicht nicht. Wir brauchen Nähe. Auch wenn sich viele damit schwer tun. Ich glaube, dass wir es in unserer Gesellschaft immer mehr verlernen Nähe und Liebe zuzulassen und richtige Beziehungen aufzubauen. Sei es freundschaftlich oder romantisch. Wir sind getrügt von einem perfekten Bild durch die Medien und verstehen nicht, warum unsere Beziehungen nicht so laufen. Gleichzeitig werden wir immer kälter, weil es nicht mehr um den Menschen geht, sondern nur noch darum, irgendwo reinzupassen und das zu schaffen und zu tun, was uns die Gesellschaft vorgibt!

Geh raus. Triff dich mit einem Freund. Such dir Freunde. Sag „Hallo“ zu einem Fremden. Unternehmt etwas zusammen. Geht auf ein Konzert, etwas Essen, ins Kino, auf einen Spaziergang, macht einen Spieleabend oder kuschelt euch einfach nur auf eine Couch und quatscht.

 


Ich wünsche euch viel Erfolg und Kraft! Was hilft dir, dich besser zu fühlen? Was sind deine Erfahrungen?

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