Veröffentlicht in Allgemein, Dienstags-Depression, Freude, Nimm dein Leben in die Hand, zeitmanagement

Zeitmanagement bei Depressionen

Eines der größten Hürden für mich ist der Alltag. Die kleinsten Dinge können mich überfordern. An einem Tag geht es mir super und ich könnte Bäume ausreißen und am nächsten schaffe ich es nicht einmal aus dem Bett. Wie soll man denn da irgendetwas planen? Wie kann ich all die wichtigen Aufgaben schaffen?

Diese Fragen habe ich mir so oft gestellt und stell sie mir manchmal immer noch. Zum Glück weiss ich, dass ich damit nicht die einzige bin, denn ich höre es immer wieder von Menschen, die an Depression leiden, dass es ihnen auch so geht. Ich bin also nicht allein. Aus diesem Grund habe ich mich mal hingesetzt und versucht einen Artikel zu schreiben, der dir vielleicht bei genau diesem Problem helfen kann. In diesem Artikel habe ich ein paar Dinge zusammengefasst, die ich über die Jahre gelernt habe und die mir helfen, mein Zeitmanagement so gut es geht mit Depression zu meistern.

Ich bin ein Powerhouse!

Zuerst solltest du dir darüber klar werden wieviel Kraft du hast und wie stark deine Krankheit deinen Alltag beeinflusst. Das kann ganz schön erniedrigend sein, wenn man sich eingestehen muss, dass man nicht mehr so kann wie damals bzw. nicht mehr so viel Kraft hat, wie man sich eigentlich wünscht.

Für mich war das der wichtigste Schritt in die richtige Richtung. Ich musste mir eingestehen, dass ich nur noch 10% von dem schaffe, was ich damals geschafft hätte. Dass ich nicht mit der „Norm“ mithalten kann und viel länger brauchen werde, um irgendwelche von meinen Zielen zu erreichen.

In meinem ersten Artikel Die 5 größten Fehler im Zeitmanagement habe ich darüber geschrieben, dass wir uns oft viel zu viel vornehmen. Wir sind uns unserer Kraft und unserer Zeit nicht bewusst! Genau das wird uns Tag täglich zum Verhängnis! Also gestehe dir ein, dass du nicht unendlich Kraft hast. Das ist vollkommen OK!

Vor kurzem habe ich dazu eine tolle Geschichte gehört. Sie handelt von zwei Männern, die Bäume fällen. Ich weiß nicht mehr was, jedoch sollte der, der am Ende des Tages die meisten Bäume gefällt hat, einen besonderen Preis bekommen.

Beide machten sich fleißig an die Arbeit und fingen an mit der Axt Bäume zu fällen. Der eine arbeitete den ganzen Tag wie verrückt durch. Er schlug und schlug und schlug mit der Axt gegen den Stamm. Der andere hingegen machte immer wieder Pausen. Der Erste belächelte das und als der Tag sich dem Ende neigte, präsentierte er siegessicher all die Bäume, die er gefällt hat. Zu seiner Verwunderung hatte der Zweite viel mehr Bäume gefällt. „Wie kann das sein?“, fragte er. „Ich habe regelmäßig Pausen gemacht, um meine Axt zu schärfen.“, antwortete der Zweite.

Viel zu oft wird uns gesagt, dass wir alles geben sollen und hart arbeiten sollen, ohne das einer auch mal erwähnt, dass wir uns regenerieren und stärken sollen. In unserer Gesellschaft scheint „dein Bestes geben“ gleichbedeutend zu sein mit „einen Burnout bekommen“. Mach da nicht mit! Werde dir selbst bewusst und schäme dich nicht dafür.

Wenn du dir die Pausen gibst, die du brauchst, und dir nur so viel vornimmst, wie du Kraft hast, dann wirst du weiter kommen und mehr schaffen, als wenn du versuchst all das zu schaffen, was andere von dir verlangen und was ein gesunder Mensch schaffen würde.

auszeit

Es ist o.k. zu scheitern!

Jeder macht Fehler und jeder scheitert. Das ist normal und man braucht sich dafür auch nicht zu schämen! Mach dich also nicht fertig, wenn du mal wieder deine To-Do-Liste nicht geschafft hast oder es nicht mal geschafft hast aus dem Bett zu kommen oder zu dem Termin zu gehen. Es behindert dich nur selbst. Du stehst dir damit selbst im Weg! Mir fällt es auch schwer mich in manchen Situationen nicht gleich wieder runterzumachen oder mich von anderen nicht herunterziehen zu lassen, wenn die kritisieren, wie wenig ich doch schaffe. Sie verstehen es nicht! Doch das ist ihr Problem und NICHT meins!

Lerne aus der Vergangenheit.

Schau dir an, was in der Vergangenheit bei dir gut funktioniert hat und was nicht. Waren deine Aufgabenlisten immer zu groß? Haben dir bestimmte Routinen geholfen? Gab es Menschen oder Dinge, die dir geholfen haben oder dich behindert haben? Gibt es Tageszeiten, zu denen du mehr Kraft hast als andere oder bei denen du besser denken kannst? Was motiviert dich bestimmte Dinge zu tun?

Mach nicht immer die gleichen Fehler. Vielleicht nimmst du dir immer wieder vor täglich früh 30 min Sport zu machen. Doch es hat nie funktioniert. Warum? Ist das Ziel zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu groß? Stehst du morgens immer unter Zeitdruck? Klappt es abends vielleicht besser? Oder solltest du dieses Ziel ganz neu definieren?

(Wenn du noch mehr Tipps zur Zielsetzung möchtest, dann schau dir diese beiden Artikel an: Wie setze ich Ziele und erreiche sie auch? und Rückblick 2018 – meine Ziele, meine Erfolge und meine Fehlschläge)

Das Wichtigste zuerst.

Nutze deine Kraft, wenn du sie hast und nutze sie richtig. Übernimm dich nicht. Mach Pausen. Setzte Prioritäten.

Vielen Menschen fällt es schwer Prioritäten zu setzen. Alles scheint wichtig! Alles muss man selbst machen! Es ist ein Lernprozess, doch es wird dir helfen, dich am Ende des Tages gut zu fühlen, wenn du siehst, dass du etwas wichtiges geschafft hast.

Nimm dir Stift und Zettel. Ganz einfach. Schreib dir alles auf und schau dir an, was wichtig ist, was nicht lange dauert, was du delegieren kannst, wo kannst du um Hilfe bitten und was eigentlich gar nicht unbedingt erledigt werden muss. Wenn du dann die Kraft hast, erledige eine Sache! Die wichtigste, wenn möglich. Wenn du dann noch mehr Kraft hast, erledige noch eine Aufgabe. So gehst du sicher, dass du am Ende des Tages wenigstens ein paar der wichtigen Dinge geschafft hast.

Mach deine Prioritätenliste nicht zu groß. Halte sie in Grenzen, damit du dich nicht gleich wieder überforderst. Für mich ist das sehr schwer, da ich gern 100 Sachen aufschreibe, doch langsam werde auch ich besser darin.

Geregelte Abläufe.

Das ist so ein Ding….Eigentlich helfen sie und vereinfachen vieles. Jedoch können sie auch zum Verhängnis werden, wenn die Kraft und die Stimmungen sehr schwanken. Probiere aus, was für dich funktioniert. Halte nicht zu krampfhaft an Ritualen fest, die vielleicht einfach nicht funktionieren wollen. An manchen Tagen kann man die festen Zeiten und Routinen über Board schmeißen. An anderen vereinfachen sie bestimmte Abläufe und sparen Zeit ein. Wie immer: Sei nicht zu hart mit dir! Sei flexibel!

Aus diesem Grund sind die Prioritäten so wichtig. Wenn du einen super Tagesplan hast, früh aufstehst und merkst, dass der Tag heute einer der schlechteren ist, dann greife auf deine Prioritätenliste zurück. Wirf die Zeit, soweit es möglich ist, über Bord und konzentriere dich auf das, was am wichtigsten ist. Schau, dass du etwas für dich tust. Etwas, was dir Kraft und Motivation gibt, damit der nächste Tag hoffentlich besser wird.

Hilfsmittel.

Ohne Hilfsmittel würde bei mir alles drunter und drüber laufen…Naja, das tut es zwar trotzdem, jedoch wäre das Chaos ein viel größeres!

Nutze die Hilfsmittel, die für dich am besten sind und die dir Dinge vereinfachen und nicht noch mehr Arbeit machen. Ich nutze gern Terminkalender. Für dieses Jahr habe ich mir diesen Familienplaner geholt. Dort habe ich meine Wochenübersichten. Kann meine Monatsplanungen machen und habe haufenweise Listen (Ich liebe Listen!). Mein Mann kommt hingegen viel besser mit seinem Handykalender klar. Zusätzlich hat er im Büro zwei große Whiteboards für seine To-Dos und Übersichten und einen großen Jahresübersichtskalender, um zu sehen, wann Urlaub ist, wann er wegfährt und die allerwichtigsten Termine.

Probiere aus, was für dich funktioniert. Brauchst du nur Stift und Zettel oder doch lieber einen Kalender. Brauchst du eine ausgedruckte Wochenübersicht oder findest du den Kalender im Handy praktischer? Brauchst du eine App, die dich an Dinge bzw. Termine erinnert oder lieber ein Klebezettel am Spiegel?

Hilfsmittel sollen dir helfen den Überblick zu behalten. Sie motivieren dich im Idealfall auch weiter zu machen. Sie sollen dich erinnern und dir die Fragen abnehmen: „Habe ich etwas vergessen? Was kommt als nächstes? Was ist am wichtigsten? “ Sie können dir auch immer wiederkehrende Entscheidungen abnehmen (wie eine „ewige Packliste“ für den Urlaub oder regelmäßige Termine).

jeder tag

Im Grunde ist Zeitmanagement das Gleiche, ob man gesund oder krank ist. Man muss sich immer seiner Kraft bewusst sein, wieviel Zeit man in etwas investieren möchte und muss, wo man hin will und was zu der jetzigen Lebenssituation passt.

Habe Geduld und lerne dich besser kennen. Umso besser du dich selbst kennst, desto leichter wird es zu planen und ein Leben zu kreieren, welches zu dir passt und dich glücklich macht.


Wenn du noch mehr Tipps zum Thema Zielsetzung, Zeitmanagement und Co. haben möchtest, dann schau dir die verlinkten Artikel an oder geh in die Kategorie „Nimm dein Leben in die Hand“.

Wie schaffst du es, deine Zeit richtig zu managen und den Alltag zu meistern?

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann kannst du ihn gern liken und teilen. Ich freue mich auch über immer über Feedback.

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