Veröffentlicht in Allgemein, Freude, Planet A

Umweltfreundliche Weihnachten

Die Weihnachtszeit ist schon im vollen Gange. Es wird dekoriert, gebacken, gekauft, gebastelt, geplant und gehofft, dass alles perfekt wird.

Doch ist das alles wirklich nötig? Brauchen wir all den Stress und all das (meist neue) Zeug, um eine schöne Weihnachtszeit zu haben? Und was ist mit der Umwelt? Sollten wir vielleicht auch etwas darüber nachdenken?

Auf unserer „Zero Waste Journey“ – unser Weg nachhaltiger und müllfrei zu leben – kommen mein Mann und ich immer wieder an neue Hürden. Eine davon sind Feiertage. Geburtstage und Weihnachten ganz besonders.
Feiertage sind oft mit vielen Traditionen verbunden und es kann schwer sein sie zu „durchbrechen“ oder sie zu hinterfragen. Ist das nötig? Wie wirkt es sich auf unsere Umwelt aus? Gibt es Alternativen?

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden diesen Post zu schreiben. Vielleicht seid ihr genau wie ich auf der Suche nach Möglichkeiten, wie ihr die Weihnachtszeit nachhaltiger gestalten könnt. Hier sind ein paar Tipps:

Der Adventskalender

Es ist Ende November und die meisten von euch haben bestimmt schon einen Adventskalender. Grade hier in Deutschland gehört er zur Weihnachtstradition.
Eigentlich bräuchte man so etwas gar nicht. Es kostet nur wieder Geld, Ressourcen und mehr Dinge sammeln sich zu Hause an.

Wer jedoch trotzdem nicht auf einen Kalender verzichten möchte, hat viele wunderbare Möglichkeiten, dies etwas nachhaltiger zu gestalten.
Wie wäre es denn mit einem selbstgemachten Adventskalender? Am Besten einen, den man jedes Jahr wiederverwenden kann und neu befüllen kann. Zum Befüllen kann man alles Mögliche nehmen. Z.B: Nüsse, Mandarinen, Pixie Bücher, selbstgebackene Kekse, Spielzeug, ein Puzzelteil pro Tür, Gedichte, Geschichten, Erlebnisse, Witze und vieles mehr. Auf Pinterest gibt es ein Haufen Ideen und Anleitungen für DIY Kalender.

Wer mit Spielzeug oder Büchern befüllen möchte, dem würde ich empfehlen aus zweiter Hand zu kaufen bzw. zu besorgen. Vielleicht könnt ihr in eurem Bekanntenkreis herumfragen und etwas Kinderspielzeug tauschen.

Es gibt unendlich viele wunderbare Möglichkeiten. Wie gestaltet ihr das mit den Adventskalendern?

Vor zwei Jahren habe ich einen ganz besonderen Adventskalender zusammengestellt. Schaut doch mal vorbei.

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Dekoration

Zur Weihnachtszeit ist eines meiner liebsten Traditionen die wunderschön geschmückten Fenster. Wenn es abends dunkel ist und alles hell erleuchtet ist, fühle ich mich ganz warm und kuschelig. Doch werden wir jedes Jahr aufs Neue überflutet mit mehr und mehr Deko, die wir haben „müssen“. Es gibt wieder neue Trends und die Billigdeko, die wir uns im Jahr zuvor gekauft haben, hat es nicht mal das letzte Weihnachten überlebt. Also wird gekauft, gekauft und gekauft.

Was können wir also tun, um das ganze etwas freundlicher für die Umwelt und unseren Geldbeutel zu gestalten?

  1.  Nichts Neues kaufen. Es verbraucht sehr viele Ressourcen neue Dinge herzustellen. Jedes Mal, wenn wir etwas Neues kaufen, wurden dafür wieder Ressourcen und viel Energie verbraucht!
  2. Gebraucht besorgen/kaufen. Wie wärs denn mit vintage Weihnachtsdeko?
  3. Weniger ist mehr. Wir brauchen keine überfüllten Zimmer und müssen keinen Weihnachtsdeko-Contest gewinnen. Ein paar schöne Akzente, die die Weihnachtszeit einfangen und die Jahre überdauern, reichen oft aus.
  4. Selber machen. Besorgt euch natürliche Materialien und bastelt selbst etwas Tolles mit den Kindern oder vielleicht sogar der ganzen Familie. Das macht Spaß, bringt euch näher und lädt den Geist der Weihnacht schon während des Bastelns ein.
  5. Wenn neu Kaufen, dann auf Qualität und Umweltfreundlichkeit achten. Das Billigzeug stehenlassen! Hier, wie bei eigentlich allem, ist es wichtig mehr zu investieren und dafür etwas zu holen, was Jahre hält und einen erfreut.

Backen

Plätzchenzeit!!! Wenn ich durch mein Instagram Feed schaue, dann häufen sich die Bilder von selbstgebackenen Plätzchen. Für viele ist das ein riesen Spaß, ob groß oder klein.

Letztes Jahr haben wir uns wiederverwendbare Backunterlagen gekauft. Das viele Backpapier, welches für die Plätzchen und andere Ofenaktivitäten draufging, hat uns zum Nachdenken gebracht und wir haben nach einer nachhaltigeren Alternative gesucht. Wir sind begeistet und können das jedem, der mal den Backofen oder Grill anschmeißt, wärmstens empfehlen.

Wir haben unsere auf Amazon gekauft ( drei Stück für 10€). Diese kann man zum Grillen und Backen verwenden. Sie sind leicht zu reinigen und sparen Ressourcen.
(Übrigens, wusstet ihr, dass normales Backpapier auch mit Plastik beschichtet ist?)

Ein weiterer Weg, das ganze umweltfreundlicher zu gestalten, ist auf die Zutaten und die Verpackungen der Zutaten zu achten. Man kann ja auch mal ein veganes Rezept ausprobieren. Das tut der Umwelt und den Tieren gut.

Weihnachtsmärkte

Viele Menschen tummeln sich besonders an den Wochenenden auf den vielen Weihnachtsmärkten. Von Weither kommen sie angereist, um Glühwein zu trinken, zu essen, einzukaufen und sich an der weihnachtlichen Dekoration zu erfreuen. Da sind schon mal schnell im Handumdrehen ein paar Scheine ausgegeben.

Mein Tipp, wenn ihr gern auf Weihnachtsmärkte geht. Nehmt eigene/s Besteck, Behälter, Beutel und Co. mit, damit ihr kein Wegwerfzeug aufgedrückt bekommt. Haltet euch fern von den billig hergestellten Waren und schaut wirklich drauf, was ihr kauft. Schnell lässt man sich verleiten vom guten Duft, blinkenden Lichtern und der Atmosphäre. Da gerät der ein oder andere in Kaufrausch. Doch das tut dem Geldbeutel und unserem Planeten nicht gut. Nehmt nicht so viel Geld mit. Setzt euch Grenzen und überlegt euch vorher, zu was ihr „Ja“ und „Nein“ sagen wollt.

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Schenken

In unserer Familie ist Schenken eine Liebessprache. So bin ich groß geworden. Wir haben uns immer viel und gern beschenkt. Diese Tradition zu „durchbrechen“ ist schwer!

Doch warum wollen wir sie durchbrechen? Als unsere Tochter zur Welt kam, wollten wir sie vor etwas schützen: den sinnlosen und übermäßigen Konsum. Dem Materialismus, der in unserer Welt überhandgenommen hat. Wir wollten ihr zeigen, dass man nicht immer etwas geschenkt bekommen muss, um glücklich zu sein. Sondern das Freude und Liebe grade NICHT von (unwichtigen) materiellen Dingen abhängig sind!

Zu Weihnachten sind die Meisten von uns total überfordert und gestresst, weil sie nicht wissen, was sie schenken sollen oder ob es genug ist. Wird der andere sich darüber auch freuen? Usw…

Hier ein paar Tipps, um die Tradition des Schenkens etwas zu überdenken und so zu gestalten, dass Mutter Erde keinen Herzinfarkt bekommt.

Geschenke

  • Wie wär’s mal mit NICHTS schenken? Sprecht mit euren Angehörigen darüber und entschließt euch den Stress zu ersparen und dafür einfach die gemeinsame Zeit zu genießen.
  • Zeit schenken. Gemeinsame Erlebnisse oder einfach für den anderen da sein ist wertvoller als jedes Geschenk zum Einpacken.
  • Erlebnisse schenken.
  • an wohltätige Organisationen spenden.
  • Gebraucht einkaufen.
  • Bei nachhaltigen Firmen einkaufen.
  • Selbermachen.
  • Wirklich nachforschen: Was braucht der andere und über was würde er sich freuen?
  • Keine Scherzgeschenke. So eine Verschwendung! Klar, im Moment sind sie lustig, aber danach landen sie im Müll oder verstauben nur.
  • Dinge schenken, die dem anderen helfen, nachhaltiger zu leben. (Doch bitte informiert euch vorher, ob derjenige auch bereit wäre, das mal auszuprobieren) z.B.: Haarseife, wiederverwendbares Backpapier, Edelstahlstrohhalme, Bienenwachstücher, wiederverwendbare Abschminkpads, Bambuszahnbürste…

Einpacken

Geschenkpapier oder -beutel wird gekauft. Das Geschenk wird verpackt. Ausgepackt. Geschenkpapier wird weggeschmissen. Fertig.

Meine Mutter hat damals das Geschenkpapier immer aufgehoben und wiederverwendet (richtig DDR halt). Sie hat auch mit alten Kalenderblättern eingepackt.
Diese Angewohnheit habe ich mir von ihr abgeguckt und so nie das Problem gehabt, Geschenkpapier kaufen zu müssen. Zu Weihnachten bin ich diejenige, die nach dem Auspacken umher geht und alles Geschenkpapier einsammelt. Einiges davon geht bald in die 4. Runde.

Man kann auch Zeitungspapier, Stoffreste und ähnliches nehmen. Für Babygeschenke machen sich Spucktücher oder Kuscheldecken gut. Manches braucht auch gar nicht eingepackt werden…

Weihnachtspost

Diese kann als E-Mail verschickt werden. Wem das zu unpersönlich ist, der kann Papier sparen, indem er die Umschläge selbst macht, wie z.B. aus alten Kalenderblättern.
Das Internet (besonders Pinterest) hat auch hier wieder eine Menge Ideen parat.

Der Weihnachtsbaum

Überall in den Medien ist die Rede davon, dass wir unbedingt mehr Bäume pflanzen müssen. Und dann kommt Weihnachten… Die Hochburg des Bäume Fällens. Jedenfalls für schöne Weihnachtsbäume.

Jedes Jahr werden zwischen 23 und 25 MILLIONEN (!!!) Weihnachtsbäume verkauft! Natürlich sieht ein echter Baum viel schöner aus und gibt dem Raum ein ganz anderes Feeling, doch ist es das wert?

Es gibt wunderbare Alternativen. Ein künstlicher Baum hält mehrere Jahre und schont den Geldbeutel. Man kann sich auch einen selbst machen. Wir haben uns zum Beispiel einen Weihnachtsbaum zum Anhängen aus Mathias’s alten Schlagzeugsticks gebastelt. Das ist ein richtiger Hingucker!

Wer trotzdem auf einen echten Baum besteht, kann auf einem im Topf zurückgreifen. Der kann nach Weihnachten einfach wieder eingepflanzt werden.

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DIY Weihnachtsbaum Ideen

Das Weihnachtsessen

Oder sollte ich lieber das Weihnachtsfressen sagen? Wir stopfen Massen an Essen in uns rein. Nach den Feiertagen jammern viele über ihr Gewicht. Die Mülltonnen sind übervoll…

Auch hier können wir etwas zu Besinnung kommen. Keine Esswettkämpfe mehr (ja, sowas gibt es in einigen Familien wirklich). Man muss kein Festessen an allen drei Weihnachtstagen haben. Zwischendurch reicht auch mal ein leckeres Restefest. Schaut auf die Zutaten und auch hier gilt wieder einfach mal weniger von den tierischen Produkten nehmen.


Ich hoffe, ihr konntet ein paar neue Ideen für euch mitnehmen. Schreibt mir auch gern in den Kommentaren, wie ihr eure Weihnachtszeit verbringt und wie ihr sie nachhaltiger gestaltet.

Ich wünsche euch eine besinnliche Weihnachtszeit mit viel Liebe und auch Zeit zum Ausruhen!

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